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Examen: Zwischenstand

Examen. 
Sechs, doch recht furchteinflössende Buchstaben, die aber auch ein Ende der Ausbildung in greifbare Nähe bringen.

In den vergangenen drei Wochen habe ich bereits drei von 10 Teilen des Examens hinter mich gebracht.
Die Nebenfachklausur, die Hauptfachklausur und meine erste praktische Prüfung, letztere zog sich gleich über zwei Tage.

Vor mir liegen noch drei weitere, praktische Prüfungen. Zwei Eintägige, eine Zweitägige.
Sie erstrecken sich über die nächsten drei Wochen, danach habe ich erstmal Urlaub! Yay!

Im Anschluss an den Urlaub liegen dann die letzten vier Prüfungen vor mir. Mündlich, an vier aufeinanderfolgenden Tagen, die vier Hauptfächer.

Erst danach erfahren wir alle, ob wir das Examen bestanden haben…

Bis dahin heißt es halt durch-halten, durch-lernen, durch-atmen.
In der Reihenfolge.

Obwohl es jetzt so richtig losgegangen ist, ist mein Lernpensum geschrumpft.
Bei den Klausuren mussten je sechs Fächer auf einmal voll abrufbar sein, dem ist jetzt nicht mehr so.
Die praktischen und mündlichen Prüfungen finden immer nur für ein Fach ein einem Tag statt, so dass man sich, in meinen Augen, ein wenig besser und vor allem intensiver vorbereiten kann.

Ich hoffe sehr, dass ich jetzt, wo es wieder etwas ruhiger wird, mehr dazu komme zu bloggen, – natürlich auch für die Kategorie ‚Was ich lerne‘! 🙂

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Was ich lerne? Hämatologie! Teil 1

Das schriftliche Staatsexamen meiner Ausbildung zur MTLA (medizinisch technischen Laboratoriumsassistentin) hat bereits begonnen, aber genug gelernt hat man ja quasi nie!

Daher habe ich mich dafür entschieden euch mit der Reihe „Was ich lerne“ einen kleinen Einblick in die Themen zu geben mit denen sich angehende MTLAs so beschäftigen.

Den Einstieg möchte ich heute gerne mit einem Fach machen, für das ich eine gewisse Hass-Liebe empfinde;

Hämatologie

Hämatologie?
Was ist das eigentlich? Nun, Hämato-logie stammt aus dem griechischen und steht für Die Kunde vom Blut und das beschreibt ziemlich genau den Inhalt der Hämatologie.

In meiner Ausbildung ging es von der Blutbildung und den blutbildenden Organen über das physiologische, also das gesunde und normale Blut zu den verschiedenen Bluterkrankungen.
Super spannend, aber auch super viel zu lernen und zu beachten.

Ungefähr in dieser Reihenfolge möchte ich auch hier vorgehen, das Thema heute ist also die Blutbildung, auf klug heißt sie Hämatopoese. 

Schon sehr lange, bevor wir geboren werden, beginnt unsere Körper mit der Hämatopoese, er stellt unser erstes eigenes Blut her! Creepy!
Zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns noch intrauterin, also der Gebärmutter unserer biologischen Mama und haben eh nicht viel anderes zu tun als all die krassen Dinge herzustellen, die wir nach der Geburt gegebenenfalls benötigen werden.

Wir haben einen Dottersack, das klingt fast etwas nach Huhn und Ei, und bilden hierin kleine Blutinseln, bereits wenige Tage, nachdem wir überhaupt aus Eizelle und Spermium entstanden sind. (Ein krasses Wunder, oder?!)
In unserer Embryonal- und Fetalperiode, also im 0.-4. Monat nach unserem entstehen findet unsere Blutbildung Mesodermal statt, das heißt,  im mittleren Keimblatt unserer Embyroblasten.
(Puh. Ja. Wenn ich Medizinstudentin bin, dann erkläre ich das genauer. Versprochen! Echt!)

Bereits im 2. Monat nach der Befruchtung beherrschen wir nun auch die hepatolienale Blutbildung, also stellen Blutzellen in Leber und Milz her.
Wir besitzen dort schöne Stammzellen, die schon echtes Blut herstellen können!
Erstmal stellen wir reife Erythrozyten,  also rote Blutkörperchen her. Allerdings enthalten diese noch Zellkerne, aber das bekommen wir auch noch hin…

Bereits im 5. bis 9. Monat nach unserer Befruchtung stellen wir das Blut fast so her, wie wir es auch als erwachsene noch tun werden, medullär, also in unseren Knochen.
Zunächst, im roten Knochenmark, das haben wir als Kleinkind in fast allen Knochen unseres Körpers , später dann nur noch im roten Knochenmark der flachen, zentralen Knochen unseres Skeletts (also im Brustbein; zu klug Sternum, den Wirbelkörpern und dem Beckenknochen. An anderen Orten (vor allem den Röhrenknochen) wird das rote Knochenmark langsam aber sicher durch Fettmark ersetzt…)

Die medulläre Blutbildung im roten Knochenmark dieser flachen, zentralen Skelettknochen nennt man dann adulte (also erwachsene) Hämatopoese.

Klingt schon krass? Ist aber nur ein kleiner Auszug über die Geschichte, wie wir unser erstes, eigenes Blut herstellen. Meisterwerk Körper, ey!

Und nun? So nach unserer Geburt?

Blut ist ein leider nicht sehr haltbares Produkt und muss daher ständig erneuert werden, die adulte Hämatopoese betreiben wir daher unser Leben lang.
Pluripontente, also vieles könnende Stammzellen bilden einen Regnerationspool für die Blutbildung.
Kurz gesagt, wir haben Stammzellen, die sich zu jeder Zelle unseres Blutes entwickeln können und die beim Gesunden sicherstellen, dass wir immer wieder neues Blut herstellen können.
Diese pluripotenten, also vieles könnenden Stammzellen sind solch schlaue Kerlchen, sie können Kopien von sich selbst herstellen, wir nennen diese Fähigkeit Sukzedianteilung.
(Ja, manchmal, wenn ich von Zellen rede, bekomme auch in den Eindruck, sie sind wie Pokémon. Man fängt sie, trainiert sie und gibt dann mit ihren Fähigkeiten an. Gonna catch ‚em all!)

Aber was genau stellen wir da für Zellen her in unserem roten Knochenmark?

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    Blutausstrich! 🙂

    Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen. Ihr wisst schon, diese, die aussehen wie kleine, rote Donuts bei denen aber das Loch in der Mitte nicht so recht vorhanden ist.
    Ihre Bildung und Reifung, die sogenannte Erythropoese wird durch das Hormon Erythropoetin angeregt, sie sind die einzigen Zellen in unserem Blut, die keinen Kern enthalten.
    Die, auch liebevoll Erys genannten Zellen spielen eine sehr wichtige Rolle in unserem Körper, da sie den Sauerstoff, den wir einatmen mit dem Blut zu den sauerstoffhungrigen Zellen transportiert.

  • Thrombozyten, also die Blutplättchen, viel kleiner als die roten Erys und unterschiedlich geformt, aber immer flach. Sie dienen der Blutgerinnung (Klug übrigens Hämostase) und verstopfen jedes ungewollte Loch in unserem Blutkreislauf so schnell wie möglich. Manchmal übertreiben sie aber auch…
    Ihrer Bildung geht die Bildung des Megakaryozyten (in der Megakaryopoese) voraus, aus ihm folgert die Thromopoese, benötigt wird Thromopoetin, – so machen wir die Thrombozyten.
  • Leukozyten, also unsere weißen Blutzellen stellen wir in der Leukopoese her, hier wird allerdings noch weiter differenziert in: Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. So oder so, wir brauchen CSF, den Colony-stimulating-factor um ihre Bildung anzuregen.
    Sie sehen, für das geübte Auge, unterschiedlich aus und wir stellen sie zu unterschiedlichen Zwecken her, aber sie haben alle etwas damit zu tun unseren Körper gesund zu halten.

Ihr seht, Hämatopoese ist ein umfangreiches Unterfangen unseres Körpers, nicht nur, dass er fehlerfrei die Blutzellen produzieren muss, nein, sie müssen im Anschluss daran in der Regel auch vernünftig ausreifen und im richtigen Moment in das Blut gespült werden. Zu früh wäre arg doof, zu spät ist ihre Lebenszeit ‚da draußen‘ natürlich geringer…

Und übrigens: Geht es unserem Körper mal richtig dreckig und wir brauchen mehr Blutzellen, so kann das blutbildende, rote Knochenmark dass Fettmark wieder ersetzten und in größeren Skelettbereichen Blutzellen herstellen.
Kommt es dann hart auf hart, sind wir richtig schwer krank, dann kann es unter diesen, pathologischen Umständen auch wieder zu extramedullärer Blutbildung, also Blutbildung außerhalb der Knochen (also in Leber und Milz) möglich… Aber soweit sollte es besser echt nicht kommen!

Hämatopoese, – ein krasses Thema!
Ich hoffe, ihr konntet ein bisschen was lernen und nachvollziehen, was ich versuche zu erklären, fühlt euch frei Fragen zu stellen! 
Mir hat das Zusammenfassen jedenfalls geholfen! 🙂

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Happy Birthday, Schneckenhäuschen!

Vorgestern vor sechs (!) Jahren ging es hier auf diesem Blog los! 🙂
Es folgte ein echt aufregendes Jahr in dem der Blog langsam fruchtete und mir Menschen folgten und kommentierten und ich mich hier wirklich wohl fühlte, danach knapp fünf Jahre Pause…

Und seit einigen Tagen bin ich dabei, diesem Blog auch mal wieder Leben einzuhauchen, das macht Spaß. Zumindest mir.
Ich hoffe ihr fühlt euch auch wieder wohl! 🙂

In diesem Sinne, Happy Birthday! 🙂
(Kuchen gibts auch!)

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Was ich lerne…

Ich denke, nachdem der Artikel über meine Ausbildung zur MTLA der irgendwie ja ganz gut ankam, könnte es einige von euch interessieren, was ich da eigentlich genauer lerne.

Neben der Tatsache, dass ihr mitbekommt wie facettenreich die Ausbildung ist wiederhole ich quasi nebenher den Lernstoff.
Klingt doch nach einem tollen Deal, oder?

Heute wollte ich euch allerdings nur ein wenig teasern, denn heute ist zum einen #Prokastinationsscheiße Sonntag und ich sitze hier und lerne brav, zum anderen muss ich mich noch für ein Thema zum Einstieg entscheiden.

Gerne dürft ihr euch Themen oder Fächer in den Kommentaren wünschen! 🙂

P.S.: In fünf Tagen ist die erste, in acht Tagen die zweite Klausur. In neun Tagen die erste praktische. Schrasteaus!  :O

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Mit Gewalt gegen Hilfe.

Auf Hermiones Blog herrscht diese Woche die Themenwoche „Gewalt gegen Rettungsdienste*innen“ und hier möchte auch ich etwas beitragen.

Meine Rettungsdiensterfahrung bezieht sich bisher lediglich auf mein Wachenpraktikum im Rahmen der Ausbildung zur Rettungssanitäterin.
In diesem, 160 Stunden lang dauerndem Praktikum war ich auf einer Großstadtwache und, weil vom Wachvorstand so gewollt 50/50 eingesetzt, – das heißt 14 Tage lang Krankentransport, 14 Tage lang Notfallrettung.

Krankentransport war für mich nicht groß neu, ich war das ganze FSJ im unqualifizierten Krankentransport und so richtig-richtig anders ist es im qualifizierten Transport nun auch nicht. Mehr Hintergrundwissen über Patienten und deren Krankengeschichte, etwas mehr Doku und natürlich jemand, der beim Patienten sitzt und diesen medizinisch überwacht und menschlich entertaint.
Belehrt, wie wir unseren Job zu machen hätten und warum ausgerechnet die junge, weibliche Praktikantin Opa die Treppe hoch tragen soll war ehrlich gesagt nichts schockierendes für mich. Wie traurig, eigentlich.

Rettungsdienst war mir neu. 
Ich war die dritte auf dem Auto, vieles war neu und aufregend.
Direkt mein erster Einsatz war eine schwere Verletzung, der zweite ein Polytrauma (So nennt man ein Verletzungsbild bei dem mehr als eine Verletzung direkt tödlich sein könnte) nach einem Verkehrsunfall. Puh!
Da kam ich irgendwie kaum mit.
Die Arbeit des Rettungsdienstes um mich herum verlief sehr routiniert, niemand hatte mir vorher erklärt, dass man aus einer Vigo-Nadel einen Blutzucker messen kann und wo ich zu stehen habe wenn es voll wird im Auto.
„Schnecke, komm mal hier hin. Ja! Okay, nee, rüber! Mach mal die Türe auf! Halt mal hier! Hier, nimm das Telefon, gewählt ist schon, sag du willst einen Schockraum, dann kommt ein Doc ans Telefon und den reichst du dann an den Notarzt weiter…!“ sind nur Fetzen, an die ich mich noch erinnern kann.
Von den Patienten an sich habe ich gar nicht mehr viel in Erinnerung. Ich hoffe, ich hatte den Mund zu, trotz allem staunen.

Halten wir uns vor Augen: Ich war nur 10 Arbeitstage à 8 Stunden im Rettungsdienst. 

Recht schnell wurde mir klar, dass meine Wache nicht grad im Schickimicki-Viertel der Großstadt lag. Das erkennt man an Wohnungen und deren Pflegezustand, an Altenheimen in denen ich niemals enden will und zum Teil auch am Umgangston unter den Menschen.

Und dann kam dieser Einsatz, zu dem wir in eine ganz merkwürdige Gegend gerufen wurden, die beiden erfahrenen, männlichen Kollegen wirkten irgendwie nervös, wir nähmen auch erstmal nichts mit raus. Man wisse nie.
Nichts mit raus nehmen? Puh. Das war für gewöhnlich etwas für das ich den Kopf abgerissen bekommen hätte.
Immerhin saß ich auf der Anfahrt hinten und es war ein Klacks für mich Defi, Absaugung, Sauerstoff und Rucksack mitzunehmen.
(Ja. Ab und an auch mal alles. Gibt solche und solche Kollegen.)
„Nein, Schnecke. Nichts. Bleib zwischen uns.“
Wir finden eine heruntergekommene Frau vor. An eine Wand gelehnt. Keine große Spannung mehr im Körper.
Der Kollege kennt ihren Namen. (Natürlich sind alle Namen auf diesem Blog nicht die, die es in Wirklichkeit sind!)
„Frau Fleischer! Was ist denn los?“ Nichts. Keinerlei Reaktion.
Ein ziemlich abgewrackter Mann kommt um die Ecke geschlichen. „Ich hab Sie angerufen“, lallt er. „hab aber dann doch Schiss vorn Bullen gekriegt.“ und dann geht er weiter.
Die Kollegen haben offenbar keine Fragen mehr, lassen ihn ziehen.
„Frau Fleischer! Haben Sie Alkohol getrunken?“
Sie wird leicht wach. Reißt die Augen auf. Rappelt sich auf. Nimmt eine Glasflasche, welche offenbar bisher unter ihr lag und versucht sie auf den Kollegen zu werfen.
Zum Glück ist sie nicht mehr sehr treffsicher und die Flasche kullert nur auf uns zu.
„Nur die Flasche“ kann man irgendwie verstehen, als sie den Mund aufmacht.
„Frau Fleischer! Sie können nicht mit der Flasche auf den Kollegen werfen!“, sagt nun der andere Kollege, zieht sich dickere (nadelstichsichere) Handschuhe über und sagt „Kommen Sie! Ich helfe Ihnen hoch!“.

Sie funkelt ihn an. Macht dann aber Anstalten mit seiner Hilfe aufzustehen. Kurz darauf holt sie aus und will ihm eine Überziehen. Er lässt los. Sie fällt, stöhnt auf, holt eine Spritze aus ihrer Hosentasche.
Ich bin mir unschlüssig. Weiter nach hinten gehen? Aus dem Weg? Sowas habe ich noch nie erlebt, das lernt man auch in der Ausbildung nicht so richtig.

Irgendwo hört man ihre Kumpanen lachen. Offenbar auch nicht grad nüchtern.
Die Kollegen blicken sich kurz an und dann heißt es „Frau Fleischer! Wir holen die Trage…“ und wir laufen gemeinsam die paar Meter zum Auto.
Das machen wir sonst nicht. Normalerweise bleibt wer beim Patienten.
Ich will die Hecktür des RTWs öffnen, aber der Kollege bedeutet mir hinten einzusteigen. Sie tun es mir nach, greifen den Funk.
Wir warten nun auf die Polizei, heißt es.
Von außen bollert jemand gegen den RTW, wir sollen das Blaulicht ausschalten, es störe ihn, lallt die Person.

Die Kollegen lassen sich nicht beeindrucken, irgendwann trifft die Polizei ein.
Gemeinsam steigen wir aus und mit der Polizei im Rücken wird die Frau zahm, wir bekommen sie ins Auto,  die Polizei einigt sich mit ihr darauf im RTW mitzufahren und falls sie sich wieder nicht benimmt würde man sie fixieren.
Sie feixt, sei immer ein braves Mädchen.

Es ist so voll im RTW (Besatzung, irgendwann kam ein Notarzt dazu und die Polizei), dass ich im Streifenwagen mitfahre.
Unterwegs hält der RTW zweimal an weil sie erneut handgreiflich wird, auch im Krankenhaus kennt man die Dame schon.

Was bleibt ist die Frage, was muss passieren, bis RTW, Polizei und das Krankenhaus mich kennen? Warum rastet sie immer wieder so massiv aus?

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Lernen!

Puh. Um ehrlich zu sein ist mir in der letzten Woche ganz treffend klar geworden, dass ich eigentlich so gar nicht weiß, wie Lernen geht.

Seit ich denken kann mache ich nur eines um etwas zu lernen:

  1. Man kann es auswendig lernen? 
    Super! Ich schreibe es mehrfach ab, kürze es dabei gegebenenfalls zusammen und wiederhole die Prozedur bis es klappt. Wenn ich richtig motiviert bin (Ahahaha. Wenn die Zeit mal reicht weil ich früh genug begonnen habe) erfinde ich mir an den Haaren herbeigezogene Eselsbrücken oder packe den Stoff auf Lernkarteikarten an die ich höchste ästhetische Ansprüche habe. (Ordentlich geschrieben, schön bunt markiert, ausgewogen. Einfach hübsch!)
    Im Anschluss gehe ich es so lange durch, bis es sitzt.
    Hat im Abi super geholfen. Und auch im Rettungssani!
    Für die MTA-Ausbildung wurde es schon schwerer. Es fiel mir lange schwer ‚die Spreu vom Weizen‘ konsequent zu trennen und ‚Zusatzwissen‘ auch als solches anzuerkennen und höchstens dann zu lernen wenn die Basis sitzt (also eigentlich fast nie). War schwer.
    Gleichzeitig waren es oft solch wüste Mengen an Stoff mitten in einem Hagel aus Klausuren, da hieß es schon ‚dran bleiben‘, damit die Klausur klappte…
    Irgendwann im zweiten Lehrjahr hat es offenbar Klick gemacht und seitdem ging es etwas besser.
  2. Man muss es verstehen?
    Geht auch noch!
    Ich (oh Wunder!) schreibe es ab oder fasse es soweit es geht in eigenen Worten; gerne Stichpunkten zusammen und versuche es mir immer wieder zu erklären. Besonders gut klappt es, wenn ich es jemand anderem erklären kann. (Meine Mutter hat jetzt übrigens rudimentäre Ahnung von Immunophänotypisierung…)
    Hier merke ich am ehesten, wenn es irgendwo noch hakt…
  3. Man muss es anwenden?
    Tja nun.
    Ich ähm… schreibe es mir auf, versuche es zu sortieren, schreibe mir, falls es etwas praktisches ist eine Anleitung (im Labor, und auch aus dem Rettungsdienst sowie dem Krankenhaus kenne ich den Begriff ‚SOP‘, Standard operating procedure) und versuche nach dieser mein Vorhaben durchzuführen. Gegebenenfalls wird sie angepasst  und im Anschluss auswendig gelernt. Gerne auf Karteikarten. Und mit Eselsbrücken die wohl echt nur mir helfen können. Oft ist es mehr Lernleistung sich die Eselsbrücke als die Fakten zu merken. Aber ja…

Zusammenfassend…
…lässt sich also sagen, dass ich vor allem zwei Dinge tue:

  • Schreiben, also abschreiben, zusammenfassen, Stichpunkte oder eine Anleitung erstellen, dies dann eventuell mit netten Eselsbrücken, Abbildungen oder Skizzen versehen und auf Karteikarten bringen. Per Hand! Zusammenfassen mit Füller, Karteikarten mit Kuli, Ergänzungen aus Vorlesungen zunächst mit Bleier. Und dann?
  • Auswendig lernen oder zumindest üben, es so nah wie möglich wiederzugeben, gerne mit creapy Hintergrundinfos oder sinnlosem Zusatzwissen, dass natürlich (!) immer zuerst im Hirn hängen bleibt. Was auch sonst. Die AML M5 wird übrigens statt mit einer Chemo mit Vitamin A therapiert. Glaube ich. Krasser shit, oder?!

Das Problem?
Meine Methode, im Kombi mit dem Zeitaufwand, den ich bereit bin (war?) zu Opfern klappte im Abi noch ganz gut. Im Rettungssanitäter auch (seriously? Ich lernte nur in der Woche vor der Prüfung und irgendwie auch nur wegen der krassen Zimmernachbarin. Streberin!), aber mit Beginn der MTLA-Ausbildung kollidierte es etwas…
Viel Stoff, viel Pendelei, wenig Überblick, wenig Motivation.
‚Am Abend vorher‘ klappte anfangs noch irgendwie, spätestens nach den ersten Klausuren war aber klar, ein ’sehr gut‘ ist hier mit etwas mehr Lernaufwand verknüpft ist. Die Frage ‚Will ich weiterhin die 1er Schülerin sein?‘ oder ‚Will ich nur sporadisch mal lernen?‘ konnte ich mir bis zuletzt nicht wirklich selbst beantworten.

Dennoch kam ich einigermaßen durch. Einige Nächte lang habe ich zum Teil 150 Karteikarten erstellt und diese vorm schlafen und auf der Bahnanreise jeweils 1-5 Mal durchgearbeitet, die Klausur dann irgendwie bestanden. Immer erstaunlich gut!
Effizient wäre aber anders gewesen…
Immer mal wieder habe ich verzweifelt geheult und auch heute noch merke ich Lücken. Bulimie-Gelerntes bleibt halt nicht auf die Rippen, gell?

Und akut? Die Hand!
In der letzten Woche kam ich in ernstere Probleme.
Mitten in den letzten Metern und quasi auf Lernkarteikarten in Richtung Examen fing mein Daumen an zu zicken. Erst noch moderat. Strecken, Hände warm waschen, kurze Pause, Stiftwechsel. Geht wieder.
Dann kam der Unterarm dazu. Vor allem die Muskulatur. Krämpfe, Bewegungseinschränkungen. Also gewärmt, Voltaren, weniger geschrieben.

Aber irgendwie wurde es nicht nennenswert besser.
Auch nicht mit Tape. Auch nicht mit gar nicht mehr schreiben. Auch nicht mit vollkommenen ruhigstellen und Ibuprofen in Dosierungen, die ich mir normalerweise nie geben würde. Puh.
Reinste Verzweiflung.
Nicht unbedingt wegen der Hand und den Schmerzen. Das ließ sich aushalten.
Sondern aus Panik.
Wie zur Hölle lernt man ohne zu schreiben neues Wissen?

Könnt ihr aus dem Skript lernen? Aus fremder Leuts Zusammenfassungen? 
Wie lernt ihr? 

(P.S.: Wer gestern hier las, der weiß nun, dass ich mittlerweile beim Doc war und ne Spritze bekam. Das ‚Problem‘ mit der Hand ist fürs erste weg… Mal sehen. Schreiben ist immerhin wieder hin!)

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Endspurt

In der letzten Woche habe ich viel gejammert, aber nun habe ich mir selbst ganz gut in den Hintern getreten. So gibt das ja nichts!

Lernen mit Bewerbungen prokastinieren. Like a boss!
Ich habe mehr oder weniger effektiv gelernt (dazu lest ihr morgen etwas. Seid euch sicher! Es ist schon getippt!), meine Unibewerbung fertig gemacht und abgeschickt, vier Bewerbungen auf eine Stelle nach der Ausbildung geschrieben.

Zwei Absagen habe ich schon, – das eine Labor schließt überraschend, es gibt keinen Nachfolger, das andere Labor forscht und hat momentan keine Stelle frei. Shit happens.

Aber immerhin steht ein Vorstellungsgespräch ins Haus! Diese Woche! Juhu!
Ich bin aber nur mäßig nervös, da ich meine beiden Gesprächspartner bereits aus einem Praktikum kenne und daher schon ein erster Eindruck von mir vorhanden ist, das nimmt mir echt einiges an Stress!

Das Ende naht!
Der letzte Unterrichtstag der Ausbildung ist ganz sang- und klanglos untergegangen, zu Feier des Tages habe ich mir, weinend, vom Kerl (alias Gesundheits- und Krankenpfleger) den Arm verbinden lassen, einfach zu viel geschrieben in den letzten Tagen. Mimimi.
Und im Gegenzug für uns beide gar köstlich gekocht!
Eigentlich wäre der letzte Tag ein Grund zum Feiern gewesen, sich von einigen Mitschülerinnen und Mitschülern zu verabschieden die ich in meinen Prüfungen nicht mehr sehe. Oder zumindest ein Haufen Erleichterung, dass diese Ausbildung die mir nicht immer leicht gefallen ist ‚endlich‘ sowas wie ‚vorbei‘ ist. Aber irgendwie habe ich nichts davon realisiert und ja… So viel dazu. Vorbei ists erst Mitte-Ende August.
Aber das gibt mir immerhin die Chance noch zu lernen und eine Stelle zu finden.

Und nun?
Von nun an habe ich frei bis auf die einzelnen Prüfungen.
Die erste Schriftliche ist gar nicht mal mehr so lange hin. Paaaanik!
Die anderen stürzen sich nun doch alle auf die Nebenfächer und ich habe wirkliche und ehrliche Angst vor Chemie. Aber jetzt damit anfangen ist auch zu spät… Mist.

Heute morgen war ich beim Doc und er hat mir den Arm wieder fit gespritzt. Vor allem den Daumen. Ist sicherlich nicht die beste Lösung, aber die schnellste und auf dieser Horrorreise in Richtung Examen sicher auch die Beste. Hoffe ich. So!
Ich kann also wieder schreiben und rein theoretisch auch wieder eine Pipette halten. Yay!

Morgen werde ich wohl ein letztes Mal vor den Prüfungen zur Uni reisen und einige Stunden, vor den Studenten (die dürfen um 9 Uhr anfangen, ihr macht euch kein Bild) HistoYOLOgie mikroskopieren.
Ich weiß zwar eigentlich, dass ich es kann, aber ich will mir einfach sicher sein.
Schnitt erkennen, Färbung erkennen, beides genauer erläutern.
Am Meisten Angst macht mir ehrlich gesagt die Färbung. Das haben wir nicht so viel geübt, glaube ich.
Ich mach das mit ein paar Freundinnen, vielleicht gucken wir auch wie die Studies an den guten Mikroskopen heißen, melden uns als die an und mikroskopieren einfach weiter… Aber das müssen wir erst noch genauer auschecken…

Wir lesen uns… 😉