Veröffentlicht in 'Medizinisch angehauchtes', gute Orte & Co., Johanniter

Ehrenamt, – was tust du eigentlich und warum?

Ich weiß, ich weiß, ich hatte quasi etwas über mein Wochenende versprochen, aber irgendwie ist mir grad nicht danach und ich habe mir vor einigen Tagen mal in den Kopf gesetzt, was zu schreiben, was mir beim Reinschnuppern und Lesen vom Lelesblog, (der mir irgendwie seltsam vertraut vorkam, aus den Kommentaren auf anderen Blogs, – also nicht der Blog, sondern Lele? 😉 ) wieder einfiel… Ich weiß nicht, wieviele von euch hier alles gelesen haben, oder zumindest vieles, und wieviele von euch von Paul zu mir gekommen sind und deswegen, oder aus ganz anderen Gründen wissen, dass ich ehrenamtlich für die JUH, – die Johanniter Unfall Hilfe arbeite.
Jedenfalls wurde mir auch schon von vielen genau jene Frage gestellt, die Lele auch stellt; ‚Warum macht man das eigentlich?‘

Erstmal, was macht man überhaupt, oder, was mache ich überhaupt? Ganz kurz zusammengefasst, so, wie ich es oben schon mal genannt habe, ich arbeite gelegentlich für die JUH und dabei wiederum gibt es ganz verschiedene Dinge die man macht.
Hilfsorganisationen sind meistens in OV’s, – OrtsVerbände unterteilt, manche OVs machen ganz andere Dinge als andere, einige haben sich eine Rettungswache angeschlossen, andere nicht.
Der OV in dem ich für die JUH tätig bin, hat letzteres nicht getan, wir haben eine kleine, aber feine Unterkunft und in meinem OV arbeitet eine Hand voll Zivis und FSJlern (also Leute, die entweder den Ersatzdienst zur Wehrpflicht leisten, oder ein freiwilliges soziales Jahr machen) und ansonsten haben wir eigentlich nur Ehrenamtler.
Ich für meinen Teil mache derzeit hauptsächlich Sanitätsdienste, die kennt quasi jeder von euch, auch die, die von der Materie sonst gar keine Ahnung haben, die Sanitätsdienstleute sind zum Beispiel die, die mit einem Sanitäterzelt auf einer Kirmes stehen oder auf größeren Festen ‚durch die Gegend‘, also ‚Streife‘ laufen. Es sind also die, die für außenstehende ‚herum sitzen‘ und warten, das etwas passiert und zu denen mit kleineren Weh-wehchen gerne gekommen wird.
Zum anderen Teil bilde ich ein wenig mit aus, also Lebensrettende-Sofortmaßnahmen-Kurse, dass sind die, die man für den Führerschein braucht, und die etwas ausführlicheren, Erste-Hilfe-Kurse.
Das sind so die nützlichen Dinge, die ich derzeit recht regelmäßig für die JUH tue.

Eigentlich nur, damit ihr versteht, was man so macht, was ich so mache. Und dann kommt die Frage, warum?

Das fängt wohl, wie so viele Dinge bei mir, damit an, dass ich nicht wirklich gerne Nein sage, wenn mich jemand lieb um etwas bittet… Und so gab es an meiner Realschule eine eher unbeliebte Lehrerin, die mit der Aufgabe des SSD (Schulsanitätsdienst) gesegnet war. Irgendwann kam diese halt herum und frug, wer sich dafür melden würde. Sie wurde irgendwie nur belächelt und sie tat mir Leid, so kam es also, dass ich gar nicht so viel später in meinem EH-Kurs in unserem OV saß und mich reichlich fremd gefühlt hab…
Sowas legt sich aber schnell, wenn man ein wenig Offenheit an den Tag legt. Keine drei Wochen später, hatte ich mich, aus einem Flurgespräch heraus, mit einem Mädchen, die ebenfalls in der SSD-AG der Schule saß, für eine Ferienfreizeit der JUH angemeldet und war schon so ziemlich mitten drin.
Und ich verspreche euch, wenn ihr einmal in einer Hilfsorganisation seid und halbwegs nette Leute dabei habt, dann wollt ihr nicht mehr weg. Man fühlt sich einfach heimisch.
Auf besagter Ferienfreizeit in den Sommerferien vor ein paar Jahren, habe ich dann mit dem Rest der Teilnehmer einen Sanitätshelfer gemacht, das ist eine Ausbildung, die weit unter einem Rettungssanitäter, aber eben ein kleines Stückchen über dem gewöhnlichen Erste-Hilfe Kurs liegt und mit der man sich manchmal seines Wissens schon recht sicher sein kann. (Das ganze Ausbildungsdurcheinander mit Rettungssanis, Rettungsassis und all sowas hat der Autor, oder die Autorin?, des Rettungsdienstblogs hier sehr schön erklärt, falls jemand zu durcheinander gerät 😉 )
Kaum wieder zurück zuhause standen die ersten sogenannten ‚Dienstabende‘ an, das ist bei uns immer der Mittwoch, variiert aber wirklich von OV zu OV… An diesen Abenden trifft man sich mit den Leuten der Hilfsorganisation in der Unterkunft und bespricht, was es so zu tun gibt. In der Regel wird der Dienstplan (auf dem die Sanitätsdienste ausgeschrieben sind, in unserem Fall) und der Ausbildungsplan (also, wer macht wann, welchen Kurs und wo?) besprochen und danach die berühmten ‚Fragen, Anregungen, Wünsche‘, eine Pause für Einwürfe, ‚Eintritte, Austritte?‘ vermeldet. Danach ist bei uns meistens ein paar Minuten quatschen und Dinge regeln angesagt, bevor dann die Ausbildung beginnt… Eigentlich wiederholen wir da meistens die Sachen, die wir eigentlich wissen müssten und bei denen es manchmal ganz gut ist, sie aufzufrischen und zu wiederholen. In den meisten Fällen kommen auch ein oder zwei Fallbeispiele dran, dass heißt, dass jemand eine Erkrankung oder ein Notfallbild als sogenannte ‚Mime‘ vorspielt und ein Team aus Helfern, versucht, zu helfen und im Idealfall auch herauszubekommen, wo genauer das Problem liegt. In diesem Fallbeispiel sollte nach Möglichkeit alles laufen wie in einem Realfall, man lernt recht schnell, nicht zu lachen, wenn eine Freundin am Boden liegt und gespielt vor Schmerzen schreit, – und man lernt auch recht schnell, am Boden zu liegen und zu schreien, oder zu weinen. Realtiv schnell ist einem auch nicht mehr wirklich vieles peinlich, was man noch spielt, oder sagt. Fehler sind menschlich und es ist durchaus besser, man macht sie während dieser Ausbildung, als im Ernstfall. Am Ende des Fallbeispiels (wir arbeiten immer daraufhin, dass irgendwann der Rettungsdienst eintrifft, also versuchen die Ausbilder 8-10 Minuten nach absetzen des Notrufes, – beim Ausbilder, das Fallbeispiel an einer geeigneten Stelle zu beenden), gibt es deswegen auch stets eine ausführliche Feedbackrunde, in der der Reihe nach erst die Helfer, dann die Mimen, später die Beobachter und, sollte dies nicht eine Person sein, schlussendlich auch der Ausbilder konstruktive Kritik oder Lob geben.

Ich wollte vorerst so vieles Loswerden, was ich, was wir überhaupt tun, dass es mir definitiv zu lang vorkommt, wenn ich heute auch gleich weitermache, mit der Frage, – warum ich das überhaupt tue, die wird allerdings definitiv noch erklärt… 😉 (Oh nein, jetzt habe ich mich echt schon den bösen ‚To be continued‘-Bloggern angeschlossen, obwohl ich das selber nicht mag! :O )

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Autor:

Lebt, liebt, lernt, träumt den Traum vom Medizinstudium. HiOrg, RS, Staatsexamen MTLA vor der Tür. Lebt vom Partymolekül in ihrem Blut.

5 Kommentare zu „Ehrenamt, – was tust du eigentlich und warum?

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