Veröffentlicht in Geschichtchen aus dem Leben

Der Sonne entgegen…

Auch, wenn der Titel so fröhlich klingt, ist dieser Beitrag das  nicht…

Es ist komisch, verstehen zu sollen und verstehen zu wollen, zu müssen, dass jemand aus der Reihe hinter mir nicht mehr kommt. Nicht, weil er sich entschieden hat, etwas anderes zu tun, nicht, weil er keine Lust mehr auf Schule hat, nicht, weil er nicht mehr mitkam, nein, weil er nicht mehr kann. Weil sich ihm das Leben und der Tod in den Weg gestellt haben.
(Ich werde keinen Namen nennen, einfach, weil ich das nie tue… es ist nicht die Natur dieses Blogs, – aber hey, du weißt genau, dass es um dich geht… Und die anderen, die es vielleicht lesen, die auch!)

Ich wollte nur sagen… du fehlst. Ich will gar nicht behaupten, wir wären sonderlich gut befreundet gewesen, wir hatten… wenn ich so darüber nachdenke, einige Fächer zusammen. Du hast mit uns gemurrt, in der Pause vor Deutsch, du hast mit uns geschwitzt, wenn es an Päda Klausuren ging, du warst bei jeder verdammten Klausur dabei. Egal, wie es dir ging. Du hast gemerkt, wenn es uns nicht so gut ging und du warst verdammt nochmal sau tapfer. Du wusstest, dass du nicht allzu lange mehr hast und, wenn du ehrlich bist, wusstest du, ganz genau wie ich, dass du kein Herz mehr bekommen wirst. (Und du wirst mir verzeihen, dass ich es wusste und lieb gelächelt habe, als du sagtest, die Chancen stehen gut. Dass ich gelächelt, genickt habe und dir viel Glück gewünscht habe.)
Du warst der, den ich überraschend im Urlaub getroffen habe, – die Welt ist ein Dorf! (Und du bist der, dessen riesiges Grab ich besuchen werde, wenn ich wieder da bin, – ich esse dann ein Krabbenbrötchen, – Lachsbrötchen, was hast du gegessen, als wir uns sahen? für dich mit, auf dich, in Gedanken an dich) Du warst der, der sich auf dem Geburtstag, wo wir waren, es ist etwas länger her, bei dem Auftritt mit der Band, beim ersten Stück den Finger gebrochen hat und trotzdem weiter gespielt hat, – Respekt, übrigens, ihr wart genial, aber das haben euch ja alle an dem Abend schon gesagt, – hast du das mitbekommen, oder warst du da schon auf dem Weg ins Krankenhaus, Finger zusammenflicken? 😉
Und du fehlst… du fehlst hier ziemlich… Deine Eltern hatten eine wirklich sehr schöne Anzeige in der Zeitung, – hattest du dir das Lied ausgesucht, welches zitiert wurde?

Hier kämpft ein krankes Herz gegen gesunden Verstand. 
Egal ob Ebbe oder Flut hinterm Meer kommt immer Strand.
(Jupiter Jones) 

Danke, dass ich dich kennen durfte… Ich hoffe, dass hier alles ist dir nicht zu traurig, – denn, man hat uns gesagt, dass es nicht dein Wunsch war, das etwas traurig wird, etwas traurig ist…
Auf gehts, – deinem Weg der Sonne entgegen, irgendwann kommen wir nach und schauen, was du so zu berichten hast 😉
(Und häng bitte kein Schild an die Tür, dass Menschen, zu denen du gern sagtest ‚Du bist si dreißt!‘ draußen bleiben müssen, – das würde sie (uns) ziemlich traurig machen 😉 )

Advertisements

Autor:

Lebt, liebt, lernt, träumt den Traum vom Medizinstudium. HiOrg, RS, Staatsexamen MTLA vor der Tür. Lebt vom Partymolekül in ihrem Blut.

8 Kommentare zu „Der Sonne entgegen…

  1. Das geht ganz tief….Respekt für diesen Text und dran denken: Es gibt auch wieder bessere Zeiten..

    *drück*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s