Veröffentlicht in Johanniter, Nette Tage

Weihnachtsmarktdienst.

Wie wir ja schon einige Mal festgestellt haben, gibts eine Sache, (es gibt sicherlich mehr… ganz sicher…) die das Schneckenhäuschen gar nicht gut kann, richtig, ‚Nein‘ sagen… Doch, natürlich kann ich es, irgendwie. Aber nicht, wenn ein traurig schauender, lieber Einsatzplaner vor mir steht und sowas wie ‚Bitte, ich brauch noch nen SanH, biiiitte!‘ sagt… Nein, dann sagt das Schneckenhäuschen mehr oder weniger versehentlich. ‚Ist schon okay, ich mach beide Tage.‘ Mist. Und so hatte das liebe Schneckenhäuschen nun zwei Tage Dienst auf dem schönen, kleinen, ‚besinnlichen‘ Weihnachtsmarkt der Stadt ihres OVs…

Es war bitter kalt und die Einsatzbekleidung, trotz Pseudodienst tat ihr übriges… Rettungsstiefel, wie wir die Sicherheitsschuhe nennen (wie heißen die eigentlich ‚in Echt‘? 😉 ) kühlen einem die Füße bei Schnee und Minusgraden wohl deutlich besser als jeder Kühlschrank und jedes Kühlpack! 😉 Da hilft nur Füße an den Heizstrahler halten und zwar solange bis es ausgedampft hat, oder anfängt nach Gummi zu stinken… 😉 (Auf dem Bild, das sind nicht meine Stiefel, meine wären sauberer, versprochen! 😀 Böööse Kollegin, deren Stiefel ich fotografieren durfte 😉 )

Da das ganze ja auch kein wirklicher Sanitätsdienst war, da unsere Konkurrenten Kollegen vom DRK das deutlich günstigere Angebot an die Stadt geschrieben haben (günstiger als das zuvor gemeinsame, mit MHD, ASB, DRK und eben JUH) und somit den Zuschlag für den Sanitätsdienst die letzten Jahre hatten… Da war aber nicht ganz da wegbleiben wollten, hat mein OV angefangen, dort eben Wohlfahrtslose zu verkaufen und verstärkt Flyer, Bonbons, Popcorn, Luftballons ect. zu verschenken, letzteres war dieses Jahr vom Veranstalter nicht gern gesehen, also verschwand es aus unserem Programm. Trotzdem stehen wir also da, in unserem kleinen Zelt mit Heizstrahler (o-Ton Einsatzleiter: ‚Wenn ihr eure Jacken im Zelt nicht auszieht, friert ihr euch den Po ab und ich nehm euch die Jacken ab!‘), Popcornmaschine und allem, was man sonst so braucht. (Auf die SanTasche und das AED verzichten wir trotzdem nicht, wir nutzen es allerdings auch nicht, ‚Die Straße einmal runter, dort stehen die zuständigen Kollegen vom DRK‘ ist wohl mein meist gesagtester Satz am Wochenende…)
Gegenüber der Stand mit den leckersten Pommes seit langem hatte allerdings leider nur eine CD, die dafür dann besonders oft lief, Ballermann Weihnachtsmusik. (‚Jingle bells, Jingle bells, könnt vor Freud schrein, – wenn’s so was wie Engel gibt, dann musst du einer sein, – hey…‘ oh ja, es war schön! Und oh ja, ich bin jetzt textsicher!)

Eine Menge Spaß hatten wir trotz kalten Füßen aber… 🙂 Nachdem eine Kollegin nach einer Tasse heißem Kinderpunsch (aka heißem Johannisbeer- und Apfelsaft) recht giggelig wurde und der Einsatzleiter frug ‚Was habt ihr ihr denn zu trinken gegeben?‘ und eine andere Kollegin überzeugt rief ‚Kinderpunsch!‘ wurde nachgehakt, – ‚Und was war da drin?‘ darauf hin die Kollegin mit großen Rehaugen ‚Kinder???!‘, wir haben gelacht wie sonst nur was.
(Diesesmal ists Schneckenhäuschens Hand auf dem Bild, samt der Tasse Kinderpunsch! 🙂 )
Eine andere lustige Geschichte war dann auch, als später eine ältere Dame kam und wissen wollte, was mit unserem ‚Wurststand‘ (der gehört übrigens dem MHD! Und wir sind die JUH! Unterschied, liebe Menschen! 🙂 ) ist, warum der dieses Jahr nicht da sei. Eine Kollegin sieht die Frau an, zeigt auf unseren Chef und sagt ‚Da steht doch unser Vorstand!‘, dabei lächelt sie kompetent und die ältere Dame ist verzweifelt. Und verwirrt. Ich lache. Pardon.

Der heutige Sonntag war dann viel kürzer als erwartet. Ein lieber Kollege hat mir Mathe erklärt, während jeweils zwei andere draußen im Zelt standen. Und gegen drei haben wir schließlich nach 13 verkauften Losen, (der Chef war unser bester Kunde… 8 davon gingen an ihn…) in fünf Stunden beschlossen, den Stand zu schließen und uns geschlagen zu geben…

Auch, wenn ich fast erfroren wäre, dieses Wochenende, ganz nett wars doch mal wieder…

Ich hoffe, euer Wochenende war genauso gut? 🙂

Übrigens: Morgen kommt der Nikolaus, – habt ihr alle die Stiefelchen fein geputzt? 🙂

Veröffentlicht in Johanniter

…und aller Anfang endet okay.

Soo, das wird versprochen der letzte Teil. Und hiermit schwöre ich auf höchstem Niveau, bei allem, sozusagen, niiie wieder eine ‚to be continued‘ Story zu bloggen, wenn sie nicht schon fertig ist und ich jeden Tag nur noch ‚veröffentlichen‘ klicken muss! Versprochen meine lieben Leser… 😉

Es geht also in den letzten Teil der Geschite, die Samstags chaotisch anfing, ganz lustig weiterverlief, und schließlich hier enden wird.

Mittlerweile ist es Sonntag, es ist früh, wir sind alle müde, ich vielleicht noch mehr als meine Teilchen(aka Teilnehmer 😉 ). Zum wach werden gibts also erstmal den gestern vergessenen Imagefilm (der Link mit dem Ohrwurm…) und danach gehts dann an den Frühsport, ich demonstriere noch kurz das AED (bei Fragen wenden Sie sich an die Kompetenten Retter&Ausbilder Ihres Vetrauens 😀 Oder so…) und lasse dann die Teilnehmer an die Puppen, dass das eine anstrengende Sache ist, zu der man Jacken und Schals sowie lange, umherbaumelnde Ketten lieber auszieht wird eigentlich allen nach dem ersten Zyklus pumpen und beatmen klar. Trotzdem, fünf Minuten sind drin, natürlich nur bei denen, die vorher einen schönen Notruf gemacht haben, – wer ihn vergessen hat, darf so lange weitermachen, bis er es bemerkt, wenn das nicht lernen aus Fehlern ist 😉 Einige schlaue kommen sogar auf die Idee, jemandem zum Notruf absetzen zu animieren und schicken dabei diesen jenigen auch gleich zum AED suchen… nach zwei weiteren Zyklen höre ich vom arbeitenden nur ein ‚Ich glaub, der hat sich verlaufen, so ein Mist!‘ und kichere innerlich.

Der Rest des Kurstages ist für das Schneckenhäuschen recht langweilig, Christiane bildet die hauptsächlich kommenden Themen aus und das Schneckenhäuschen begutachtet vergnügt die Gesichter der Teilchen, als sie die Filme über Wunden schauen, die wunderbar schlecht gemacht und wunderbar 8oer Jahre sind. Einfach herrlich. (Und nicht zu vergessen: ‚Erste Hilfe rettet Leben!‘ 😉 )
Irgendwann läuft dem Schneckenhäuschen allerdings noch eine Skurrilität über den Weg, eine Teilnehmerin berichtet, dass ihr bei Nasenbluten ein Taschentuch unter die Zunge gelegt wurde, ih-bah, – kann das jemand von euch nachvollziehen oder erläutern? 😉

Dann folgt das letzte Thema des Schneckenhäuschens, Probleme im Bauch und ich verzettele mich total, alles ist konfus und wirr und trotzdem bleiben alle nett zu mir, bevor wir von diesem letzten Thema zu den Fallbeispielen übergehen, während dem zwei der angehenden PTAs eine Kollegin betreuen sollen, die Christina spielt und die recht offensichtlich einen Schlaganfall erlitten hat, ihr rechter Mundwinkel hängt und sie kann sich nicht wirklich artikulieren. Die beiden Mädels machen sich bestens und irgendwann fällt der Knüllersatz des Tages, etwas verzweifelt, nachdem der Notruf abgesetzt ist und man quasi nur noch auf den Rettungsdienst wartet; „Können Sie eigentlich alles bewegen? Auch den… rechten Zeh?“, – niemand kann mehr vor lachen und wir beschließen, dass der Rettungsdienst schnell da war und beenden das Fallbeispiel.

Die Feedbackrunde am Ende es Kurses fällt wirklich positiv aus und das Schneckenhäuschen ist ein wenig stolz auf sich, – irgendwie hats geklappt 🙂

Veröffentlicht in Johanniter, NaNoWriMo 2010

Aller Anfang bleibt Chaotisch!

Vorab entschuldige ich mich mal bei allen, die in den letzten Tagen regelmäßig nach der Fortsetzung der EH-Kurs-Geschichte geschaut haben, – NaNoWriMo und Schule fressen mich auf, aber ich bin okay, wohlauf, gerade mal wieder im Plan und werde wohl die 40.000 Wörter entweder noch heute oder irgendwann morgen knacken 🙂 (Und generell entschuldige ich mich für die ‚to be continued…‘-Sache, – das hasse ich ja selber auch immer 😉 )
Jetzt gehts aber dann weiter 🙂

Die Ausbildungsanleiterin des Schnecknhäuschens hat das Du angeboten und der Kurs war einverstanden, immerhin macht sie auch noch den Einstieg mit einem schönen Film von Quarks&Co indem ein Autounfall simuliert wird und geschaut wird, ob Menschen anhalten um zu helfen, oder eher vorbeifahren. Zu beginn lachen die Teilnehmer über die Leute, die vorbeifahren, oder anhalten und total schockiert sind. Und dann, plötzlich, man sieht es in ihren Gesichtern, realisiert einer nach dem anderen, was das heißt, dass auch sie dort liegen könnten. Das Fazit des Filmes ist, jeder zweite Autofahrer fährt vorbei, die Ausreden sind gelinde gesagt dumm. Der Film ist zu Ende und die Kursteilnehmer auf dem bitteren Boden der Tatsachen. Während Christiane mit ihnen Gründe fürs nicht helfen und Motivation zum helfen durchgeht, stellt das Schneckenhäuschen fest, dass Christiane den JUH-Imagefilm (Vorsicht, wenn du auf diesen Link klickst, wirst du den Ohrwurm nie wieder los… und verspürst vielleicht den Drang, der JUH beizutreten, weil wir soo viele tolle Sachen tun! 😉 ) vergessen hat, der sonst ganz zu Beginn des Kurses gezeigt wird und einen Megaohrwurmcharakter hat. Und ist ein wenig erleichtert, ich bin also nicht die einzige, die nicht perfekt ist.

Nachdem Christiane mit dem Kurs schon die Grundlagen durchgegangen ist, eine Anwesenheitsliste herum ging und die Teilnehmer ihre Gebühr bezahlt haben, ist dann also das Schneckenhäuschen dran. Die Themen, die anstehen sind fürs erste simpel, zuerst Bewusstlosigkeit und danach im Anschluss keine Atmung. Das Schneckenhäuschen kennt die Themen und hat sie schon in drei vorausgegangenen LSM-Kursen gemacht und trotzdem wird das schwer.  Erst einmal verhaspele ich mich oft mit dem Du. Das Schneckenhäuschen ist jemand, der Erwachsene kategorisch Siezt (worüber in der Bloggerwelt schon diverse Menschen gelacht haben…) und sich auch schwer tut, sie plötzlich einfach so zu duzen, trotzdem klappt es irgendwie.
Ich habe nicht grade den Eindruck, dass der Kurs einschläft und ich habe durchaus das Gefühl, das, was ich dir gerade sage, ergibt Sinn.

Das Üben der stabilen Seitenlage ist gut, die ’neue‘ Version ist scheinbar gut verständlich und quasi niemand tut sich schwer damit, lediglich die Mimen verstehen nicht, dass ein Bein nicht einfach aufgerichtet stehen bleibt, wenn man es los lässt, – aber das würden die Teilnehmer bei einem Bewusstlosen schon ganz allein merken. (Learning by Failure, – oder wie war das? :D) Ich vergesse sogar nicht einmal, die Brillen zu erwähnen und so sind alle unbeschadet und mit Erfolgsgefühl gut aus der ersten Praxisübung heraus gekommen. Es geht weiter und wir besprechen das heikle Thema Helmabnahme. Wann nimmt man einem Motorradfahrer den Helm ab und wann nicht? Wir einigen uns darauf, dass es eine Gewissens- und Zutrauensfrage ist und das der Helm eigentlich runter muss, um die weiteren Lebenszeichen (ja, ja, ich sag ja schon Vitalfunktionen, liebe Leser mit Ahnung^^) zu überprüfen. Das Üben der Helmabnahme ist dann allerdings aus Motivationsgründen, – die meisten Teilnehmer sagen, sie würden es eh nicht machen, freiwillig. Und lediglich mein ältester Teilnehmer, mag es probieren. Ein weiterer Teilnehmer erklärt sich bereit zu helfen und das Schneckenhäuschen hockt sich neben die, den Helm tragenden Christiane um alles mitzubekommen und wenn nötig, Hilfestellung zu geben.

Da gibt es dann auch gleich das erste, so richtig bemerkenswerte Ereignis. Der ältere Teilnehmer, nennen wir ihn Väterchen, kniet furchterregend unsicher neben Christiane nieder, fasst sie erstaunlich sanft an den Schultern und spricht sie auf eine wirklich niedliche und liebenswerte Art und Weise an. ‚Christiaaaaane, – kannst du mich hören?‘, keine Reaktion von Christiane, er schaut mich an. ‚Ich glaube, sie hört dich nicht‘, sage ich und er nickt. ‚Und nun?‘ ‚Denke mal daran, dass der Helm geschlossen ist, da drin ist es leise‘ ‚Hm… was kann ich tun?‘, sagt er mehr zu sich selber, als zu jemand anderem. Ich warte einen Moment und erinnere ihn dann an das Visier. Er lächelt. ‚Ach ja.‘ Er öffnet sanft das Visier und schaut Christiane freudestrahlend an. Erneut fasst er sei bei den Schultern, rüttelt enorm vorsichtig und sagt erneut, nein, besser er flötet es; ‚Christiaaaane, hörst du mich jetzt?‘ Erneut keine Reaktion und Väterchen schaut mich an und sagt voller Überzeugung; ‚Uff, das ist ein ganz harter Fall!‘ Er meint das nicht lustig und das sind genau die Momente im Leben eines Ausbilders, in denen man nicht lachen sollte. Und um Teufel komm raus versucht ernst zu bleiben. Es klappt irgendwie und er schafft es irgendwo doch noch ganz gut und sanft, ihr den Helm abzunehmen. Es war einfach göttlich.

Ich bin ein wenig in Zeitverzug und beginne mit der Theorie zum Thema ‚Keine Atmung‘ und Christiane und ich beenden den Kurs schließlich an dem Zeitpunkt, an dem die Praxis folgen würde, das Rumdrücken auf den Puppen.

…und erneut; to be continued… pardon.

P.s: Morgen geht’s dann nach Köln zum Holy Shit Shopping, bei Frau Liebe vorbeischauen und vielleicht ja zufällig Tanja begegnen. Wie dem auch sei, schön wirds bestimmt 🙂
P.p.s: Heute hats hier die ersten Schneeflocken gehabt… und das geht total unter in meinem Blog 😦 Bald gibts wieder mehr von mir, – versprochen!

Veröffentlicht in Johanniter

Aller Anfang ist Chaotisch?

Wie bei quasi allem im Leben, muss man durch viele Dinge zum ersten Mal, erste Prüfungen, erste Lehrgänge, erste Umsetzungen, so auch, als angehende Lebensrettende-Sofort-Maßnahmen-, (LSM) und Erste-Hilfe-Kurse (EH) Ausbilderin, wie es das Schneckenhäuschen ist.
Drei einfache Samstags-LSM-Kurse für zum Beispiel Führerscheinanwärter hatte das Schneckenhäuschen schon als Praktikantin und Co-Ausbilderin hinter sich, als es dann auf den ersten zweitägigen EH-Kurs als Co-Ausbilderin zu ging.

Das Schneckenhäuschen rechnete damit, eine genauso gelangweilte  EH-Truppe vorzufinden, wie sie sie aus den teils doch sehr frustrierenden LSM-Kursen kannte.
Klar niemand, der sich null für das Thema anderen helfen interessiert geht gern in so einen Kurs… und klar, die wenigsten, die da sitzen, interessieren sich dafür, die wollen schließlich ja nur ihren Führerschein… Mir persönlich taten bisher immer die wenigen, motivierten und interessierten Leid, die darunter leiden mussten, dass ihre Mitkursler zu gut Deutsch keinen Bock hatten…

Dieses Mal war es dann doch ein wenig anders.
Schon, als ich relativ abgehetzt, weil fast zu spät vom Schreibtreffen des NaNoWriMo (ich hab doch tatsächlich bei den lieben Leuten und unter meinem getippe die Zeit vergessen und meinen Bus verpasst!)  zur Unterkunft meines OVs kam, in dem wir auch die Kurse anbieten,  wurde man neugierig beäugt, eine ganze Gruppe, doch recht junger Leute stand vor der Tür der Unterkunft, einige rauchten noch, andere trauten sich offensichtlich noch nicht hinein.
Wie man das so macht, wenn man es eilig hat läuft man mit einem freundlichen ‚Haaaallo‘ in die Unterkunft, huscht die Treppe herunter und erwischt dabei seine Ausbildungsanleiterin, man entschuldigt sich brav für die Verspätung und sieht zu, dass man es so schnell wie möglich schafft, sich umzuziehen, – Mist, mal wieder den Gürtel vergessen, den Pulli auch, na ja, muss halt irgendwie auch so gehen. Dann wieder schnell nach oben, Kaffee kochen, – für die Kursteilnehmer und für die müden Ausbilder und dann noch schnell mit der Co-Ausbilderin absprechen, wie man das am besten macht, wer wann und was ausbildet und was es halt so zu klären gibt. Die Ausbildungsanleiterin baut ihr Netbook und den Beamer auf und zeigt dem Frischling Schneckenhäuschen noch rasch ihre Präsentation, die zu Schneckenhäuschens Erleichterung die Folien des Skriptes enthält, dass das Schneckenhäuschen in der Hoffnung, es sei schon eines in der Unterkunft, zuhause gelassen hat, das wäre beinahe mies gelaufen.

Jetzt ist es aber kurz nach vier, die Ausbildungsanleiterin gibt sehr vorbildlich einen Überblick über die Dauer und den Aufbau des Kurses, – das hätte das Schneckenhäuschen glatt vergessen. Dann die Vorstellung, die Ausbildungsanleiterin, stellt sich vor, „Hallo, ich bin die Christiane und diesen EH Kurs machen wir zu zweit, – um ein wenig Abwechselung in die Sache zu bringen und damit einer von uns euch nicht zu Tode langweilt.“ Das Schneckenhäuschen ist froh, dass sie nicht direkt als die bedeppterte Praktikantin dargestellt wird, beschließt aber nach einem Blick durch den Kurs, – niemand schaut ganz böse und gemein drein, diesen Fakt doch kund zu tun. Laut genug sprechen, schön langsam reden, niemanden direkt, aber alle indirekt anschauen. Das Schneckenhäuschen hat das schon einige Mal versucht, in LSM-Kursen, aber da saßen die Teilnehmer in Reihen und es war einfacher, eine fixe Linie hinter ihnen zu bilden und an dieser hin und her zu wandern. Dieses Mal sitzen die Teilnehmer in einer U-Form und schauen erwartungsvoll, statt genervt-gelangweilt. „Okay“, sagt das Schneckenhäuschen. „Ich bin das Schneckenhäuschen und bin dieses Wochenende die Praktikantin in diesem Kurs, das ist also mein erster EH-Kurs als Ausbilderin, aber ich bin schon ein paar Jahre bei der JUH und habe schon eine Hand voll LSM-Kurse gegeben. Ich hoffe, das werden zwei okaye Tage und wir kommen gemeinsam gut durch, und ich hoffe, Sie gehen Sonntag hier raus und haben einiges gelernt.“
Christiane fragt, aus welchen Gründen die Leute in den Kurs gekommen sind, es geht von links nach rechts eine Runde durch.
Links sitzen erst einmal fünf junge Männer, sie sind wohl für einen BH, – einen Betriebshelfer da, und kommen von einer Firma, die irgendetwas mit Computern macht, aha, Strom denkt das Schneckenhäuschen. Die nächsten fünf sind angehende PTAs, Pharmazeutisch-Technische-Assistenten, vier Mädels, und ein Mann. Darauf folgt der älteste und doch sehr interessiert dreinschauende Teilnehmer, er liegt irgendwo in der Altersklasse zwischen 70 und 80, daneben eine angehende PKA, Pharmazeutische-Kaufmännische-Assistentin. Die rechte Seite ist wohl die freiwillige Seite. Sie beginnt mit einem Mädchen, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr, also ein FSJ in einer Schule für behinderte Kinder macht und sich daher interessiert, neben ihr eine Frau, die sich dafür interessiert, da sie auf einem Reithof verkehrt, der offensichtlich eine reine Unfallquelle ist. Daneben noch ein junges Mädchen, dass auf dem Weg zur Trainerin ist und daneben ein Ehepaar, die beide sehr interessiert sind und den Kurs laut eigenen Aussagen aus eigenem Interesse machen.

Christiane bietet das Du an, – das hätte das Schneckenhäuschen alleine nicht getan und wird auch im Rest des Kurses so ihre Probleme damit haben…

Verzeihung…. to be continued 😉

Veröffentlicht in 'Medizinisch angehauchtes', Johanniter

Ehrenamt, – und warum tust du das?

Warum ich das alles nun tue?
Gut, es ist recht einfach. Ich habe (hier) von der Ferienfreizeit berichtet, an der ich teilgenommen habe und von den Dienstabenden, von Sanitätsdiensten, vom SSD an meiner ehemaligen Schule, vom Ausbilden. Ich habe etliche Dinge ausgelassen, die ich noch aufzählen könnte, aber vor allem habe ich euch bisher eigentlich die wichtigsten verschwiegen;
Freundschaften, Spaß, Zusammenhalt, Teams, Vertrauen,und so weiter; all das. Vielleicht sind viele Sachen davon diese sogenannten ’soft Skills‘, vielleicht sind vieles davon Sachen, die wir alle in uns haben. Aber ganz, ganz sicher sind es alles Dinge, die verdammt viel Spaß machen.

Freundschaften entwickeln sich irgendwie. Man sitzt zusammen in einer SSD-AG, kennt sich kaum und beschließt, zusammen auf eine Ferienfreizeit zu fahren, wo man niemanden kennt. Man kommt für eine Streife mit Menschen zusammen, die man kaum kennt und gerät ins Plaudern. Man lacht zusammen, man arbeitet, man trifft sich nach und vor Diensten.

Spaß kommt dabei irgendwie von selbst auf. Man lacht über sich selber und das so viel wie möglich und man lacht über andere, allerdings nicht auf eine böswillige oder gemeine Art, mit anderen, und so weiter. Ich habe mal jemandem genau davon erzählt und hörte ein ‚Aha, du hast also Spaß dran, wenn Menschen verrecken?‘ Nein, ziemlich klar nicht. Aber man muss das auch so sehen, es kommt nicht oft vor, dass uns Ehrenamtlern öfter als jedem, der soetwas wie wir nicht macht, jemand begegnet, der Gefahr läuft an etwas akutem zu sterben. Und wenn, dann ist das definitiv nichts, das uns Spaß macht.
Was allerdings Spaß macht, ist das gemeinsame Arbeiten, das üben, üben, üben, das unbedingt besser werden wollen und das anderen etwas beibringen und ja, – irgendwo auch, anderen Leuten zu helfen. Es ist vielleicht nicht direkt Spaß, aber es ist ein ziemlich gutes Gefühl, jemandem geholfen zu haben. Und das im Idealfall sofort zu merken, wie es jemandem besser geht.

Zusammenhalt und Teams. Das ist ehrlich gesagt etwas, das kann ich nicht recht erklären, aber ich denke, die meisten von euch, die in einer HiOrg tätig sind, werden das kennen. Eigentlich kann man mit den meisten Leuten gut arbeiten. Aber es gibt Leute, mit denen klappt das besser. Und man kann das bessere perfektionieren. Es gibt irgendwann Leute, mit denen kann man blind zusammen arbeiten. Man muss nicht vieles sagen und wenn, dass sind es Stichworte, manchmal reichen sogar Blicke oder einfache Gesten. Man hat irgendwann Lieblings-Kollegen, oder zumindest diese, mit denen man am aller, aller, aller besten auskommt. Und man entwickelt einen Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe, man versucht sich gegenseitig zu helfen, auch, mit Feedback und besonders gerne mit konstruktiver Kritik. Und man beginnt, gerne in Teams zu arbeiten, es ist beruhigend, jemanden mehr oder weniger, neben, hinter, um sich zu wissen, der im Idealfall genauso weiß, was er tut, wie man selber. Das gibt irgendwie auch Sicherheit. Und darauf baut auch das Vertrauen.

Es ist schön, sich so heimisch zu fühlen in einem Hobby. Es ist schön, zu wissen, dass es nichts unsinniges ist. Und es ist ein super Gefühl, jemandem geholfen zu haben. Und ganz nebenbei, macht es eine Menge Spaß.
Und mein einziger Gedanke an all die Zweifler, die mir das jetzt nicht abnehmen ist, – versuchts. Tretet ein wenig motiviert in eine HiOrg ein, seid ein wenig offen, lasst euch begeistern und sagt mir in ein paar Monaten nochmal, ich wäre dumm, meine Freizeit so zu verplempern, – denn das tue ich nun wirklich nicht!
Alles in allem; deshalb mache ich das; weils mir Spaß macht, weil es sinnig erscheint, weils ne riesen Lücke wäre, wenn ich es einfach nicht mehr tun würde, – Ehrenamt ist was schönes, die meiste Zeit.

Veröffentlicht in 'Medizinisch angehauchtes', gute Orte & Co., Johanniter

Ehrenamt, – was tust du eigentlich und warum?

Ich weiß, ich weiß, ich hatte quasi etwas über mein Wochenende versprochen, aber irgendwie ist mir grad nicht danach und ich habe mir vor einigen Tagen mal in den Kopf gesetzt, was zu schreiben, was mir beim Reinschnuppern und Lesen vom Lelesblog, (der mir irgendwie seltsam vertraut vorkam, aus den Kommentaren auf anderen Blogs, – also nicht der Blog, sondern Lele? 😉 ) wieder einfiel… Ich weiß nicht, wieviele von euch hier alles gelesen haben, oder zumindest vieles, und wieviele von euch von Paul zu mir gekommen sind und deswegen, oder aus ganz anderen Gründen wissen, dass ich ehrenamtlich für die JUH, – die Johanniter Unfall Hilfe arbeite.
Jedenfalls wurde mir auch schon von vielen genau jene Frage gestellt, die Lele auch stellt; ‚Warum macht man das eigentlich?‘

Erstmal, was macht man überhaupt, oder, was mache ich überhaupt? Ganz kurz zusammengefasst, so, wie ich es oben schon mal genannt habe, ich arbeite gelegentlich für die JUH und dabei wiederum gibt es ganz verschiedene Dinge die man macht.
Hilfsorganisationen sind meistens in OV’s, – OrtsVerbände unterteilt, manche OVs machen ganz andere Dinge als andere, einige haben sich eine Rettungswache angeschlossen, andere nicht.
Der OV in dem ich für die JUH tätig bin, hat letzteres nicht getan, wir haben eine kleine, aber feine Unterkunft und in meinem OV arbeitet eine Hand voll Zivis und FSJlern (also Leute, die entweder den Ersatzdienst zur Wehrpflicht leisten, oder ein freiwilliges soziales Jahr machen) und ansonsten haben wir eigentlich nur Ehrenamtler.
Ich für meinen Teil mache derzeit hauptsächlich Sanitätsdienste, die kennt quasi jeder von euch, auch die, die von der Materie sonst gar keine Ahnung haben, die Sanitätsdienstleute sind zum Beispiel die, die mit einem Sanitäterzelt auf einer Kirmes stehen oder auf größeren Festen ‚durch die Gegend‘, also ‚Streife‘ laufen. Es sind also die, die für außenstehende ‚herum sitzen‘ und warten, das etwas passiert und zu denen mit kleineren Weh-wehchen gerne gekommen wird.
Zum anderen Teil bilde ich ein wenig mit aus, also Lebensrettende-Sofortmaßnahmen-Kurse, dass sind die, die man für den Führerschein braucht, und die etwas ausführlicheren, Erste-Hilfe-Kurse.
Das sind so die nützlichen Dinge, die ich derzeit recht regelmäßig für die JUH tue.

Eigentlich nur, damit ihr versteht, was man so macht, was ich so mache. Und dann kommt die Frage, warum?

Das fängt wohl, wie so viele Dinge bei mir, damit an, dass ich nicht wirklich gerne Nein sage, wenn mich jemand lieb um etwas bittet… Und so gab es an meiner Realschule eine eher unbeliebte Lehrerin, die mit der Aufgabe des SSD (Schulsanitätsdienst) gesegnet war. Irgendwann kam diese halt herum und frug, wer sich dafür melden würde. Sie wurde irgendwie nur belächelt und sie tat mir Leid, so kam es also, dass ich gar nicht so viel später in meinem EH-Kurs in unserem OV saß und mich reichlich fremd gefühlt hab…
Sowas legt sich aber schnell, wenn man ein wenig Offenheit an den Tag legt. Keine drei Wochen später, hatte ich mich, aus einem Flurgespräch heraus, mit einem Mädchen, die ebenfalls in der SSD-AG der Schule saß, für eine Ferienfreizeit der JUH angemeldet und war schon so ziemlich mitten drin.
Und ich verspreche euch, wenn ihr einmal in einer Hilfsorganisation seid und halbwegs nette Leute dabei habt, dann wollt ihr nicht mehr weg. Man fühlt sich einfach heimisch.
Auf besagter Ferienfreizeit in den Sommerferien vor ein paar Jahren, habe ich dann mit dem Rest der Teilnehmer einen Sanitätshelfer gemacht, das ist eine Ausbildung, die weit unter einem Rettungssanitäter, aber eben ein kleines Stückchen über dem gewöhnlichen Erste-Hilfe Kurs liegt und mit der man sich manchmal seines Wissens schon recht sicher sein kann. (Das ganze Ausbildungsdurcheinander mit Rettungssanis, Rettungsassis und all sowas hat der Autor, oder die Autorin?, des Rettungsdienstblogs hier sehr schön erklärt, falls jemand zu durcheinander gerät 😉 )
Kaum wieder zurück zuhause standen die ersten sogenannten ‚Dienstabende‘ an, das ist bei uns immer der Mittwoch, variiert aber wirklich von OV zu OV… An diesen Abenden trifft man sich mit den Leuten der Hilfsorganisation in der Unterkunft und bespricht, was es so zu tun gibt. In der Regel wird der Dienstplan (auf dem die Sanitätsdienste ausgeschrieben sind, in unserem Fall) und der Ausbildungsplan (also, wer macht wann, welchen Kurs und wo?) besprochen und danach die berühmten ‚Fragen, Anregungen, Wünsche‘, eine Pause für Einwürfe, ‚Eintritte, Austritte?‘ vermeldet. Danach ist bei uns meistens ein paar Minuten quatschen und Dinge regeln angesagt, bevor dann die Ausbildung beginnt… Eigentlich wiederholen wir da meistens die Sachen, die wir eigentlich wissen müssten und bei denen es manchmal ganz gut ist, sie aufzufrischen und zu wiederholen. In den meisten Fällen kommen auch ein oder zwei Fallbeispiele dran, dass heißt, dass jemand eine Erkrankung oder ein Notfallbild als sogenannte ‚Mime‘ vorspielt und ein Team aus Helfern, versucht, zu helfen und im Idealfall auch herauszubekommen, wo genauer das Problem liegt. In diesem Fallbeispiel sollte nach Möglichkeit alles laufen wie in einem Realfall, man lernt recht schnell, nicht zu lachen, wenn eine Freundin am Boden liegt und gespielt vor Schmerzen schreit, – und man lernt auch recht schnell, am Boden zu liegen und zu schreien, oder zu weinen. Realtiv schnell ist einem auch nicht mehr wirklich vieles peinlich, was man noch spielt, oder sagt. Fehler sind menschlich und es ist durchaus besser, man macht sie während dieser Ausbildung, als im Ernstfall. Am Ende des Fallbeispiels (wir arbeiten immer daraufhin, dass irgendwann der Rettungsdienst eintrifft, also versuchen die Ausbilder 8-10 Minuten nach absetzen des Notrufes, – beim Ausbilder, das Fallbeispiel an einer geeigneten Stelle zu beenden), gibt es deswegen auch stets eine ausführliche Feedbackrunde, in der der Reihe nach erst die Helfer, dann die Mimen, später die Beobachter und, sollte dies nicht eine Person sein, schlussendlich auch der Ausbilder konstruktive Kritik oder Lob geben.

Ich wollte vorerst so vieles Loswerden, was ich, was wir überhaupt tun, dass es mir definitiv zu lang vorkommt, wenn ich heute auch gleich weitermache, mit der Frage, – warum ich das überhaupt tue, die wird allerdings definitiv noch erklärt… 😉 (Oh nein, jetzt habe ich mich echt schon den bösen ‚To be continued‘-Bloggern angeschlossen, obwohl ich das selber nicht mag! :O )