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Examen: Zwischenstand

Examen. 
Sechs, doch recht furchteinflössende Buchstaben, die aber auch ein Ende der Ausbildung in greifbare Nähe bringen.

In den vergangenen drei Wochen habe ich bereits drei von 10 Teilen des Examens hinter mich gebracht.
Die Nebenfachklausur, die Hauptfachklausur und meine erste praktische Prüfung, letztere zog sich gleich über zwei Tage.

Vor mir liegen noch drei weitere, praktische Prüfungen. Zwei Eintägige, eine Zweitägige.
Sie erstrecken sich über die nächsten drei Wochen, danach habe ich erstmal Urlaub! Yay!

Im Anschluss an den Urlaub liegen dann die letzten vier Prüfungen vor mir. Mündlich, an vier aufeinanderfolgenden Tagen, die vier Hauptfächer.

Erst danach erfahren wir alle, ob wir das Examen bestanden haben…

Bis dahin heißt es halt durch-halten, durch-lernen, durch-atmen.
In der Reihenfolge.

Obwohl es jetzt so richtig losgegangen ist, ist mein Lernpensum geschrumpft.
Bei den Klausuren mussten je sechs Fächer auf einmal voll abrufbar sein, dem ist jetzt nicht mehr so.
Die praktischen und mündlichen Prüfungen finden immer nur für ein Fach ein einem Tag statt, so dass man sich, in meinen Augen, ein wenig besser und vor allem intensiver vorbereiten kann.

Ich hoffe sehr, dass ich jetzt, wo es wieder etwas ruhiger wird, mehr dazu komme zu bloggen, – natürlich auch für die Kategorie ‚Was ich lerne‘! 🙂

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Was ich lerne? Hämatologie! Teil 1

Das schriftliche Staatsexamen meiner Ausbildung zur MTLA (medizinisch technischen Laboratoriumsassistentin) hat bereits begonnen, aber genug gelernt hat man ja quasi nie!

Daher habe ich mich dafür entschieden euch mit der Reihe „Was ich lerne“ einen kleinen Einblick in die Themen zu geben mit denen sich angehende MTLAs so beschäftigen.

Den Einstieg möchte ich heute gerne mit einem Fach machen, für das ich eine gewisse Hass-Liebe empfinde;

Hämatologie

Hämatologie?
Was ist das eigentlich? Nun, Hämato-logie stammt aus dem griechischen und steht für Die Kunde vom Blut und das beschreibt ziemlich genau den Inhalt der Hämatologie.

In meiner Ausbildung ging es von der Blutbildung und den blutbildenden Organen über das physiologische, also das gesunde und normale Blut zu den verschiedenen Bluterkrankungen.
Super spannend, aber auch super viel zu lernen und zu beachten.

Ungefähr in dieser Reihenfolge möchte ich auch hier vorgehen, das Thema heute ist also die Blutbildung, auf klug heißt sie Hämatopoese. 

Schon sehr lange, bevor wir geboren werden, beginnt unsere Körper mit der Hämatopoese, er stellt unser erstes eigenes Blut her! Creepy!
Zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns noch intrauterin, also der Gebärmutter unserer biologischen Mama und haben eh nicht viel anderes zu tun als all die krassen Dinge herzustellen, die wir nach der Geburt gegebenenfalls benötigen werden.

Wir haben einen Dottersack, das klingt fast etwas nach Huhn und Ei, und bilden hierin kleine Blutinseln, bereits wenige Tage, nachdem wir überhaupt aus Eizelle und Spermium entstanden sind. (Ein krasses Wunder, oder?!)
In unserer Embryonal- und Fetalperiode, also im 0.-4. Monat nach unserem entstehen findet unsere Blutbildung Mesodermal statt, das heißt,  im mittleren Keimblatt unserer Embyroblasten.
(Puh. Ja. Wenn ich Medizinstudentin bin, dann erkläre ich das genauer. Versprochen! Echt!)

Bereits im 2. Monat nach der Befruchtung beherrschen wir nun auch die hepatolienale Blutbildung, also stellen Blutzellen in Leber und Milz her.
Wir besitzen dort schöne Stammzellen, die schon echtes Blut herstellen können!
Erstmal stellen wir reife Erythrozyten,  also rote Blutkörperchen her. Allerdings enthalten diese noch Zellkerne, aber das bekommen wir auch noch hin…

Bereits im 5. bis 9. Monat nach unserer Befruchtung stellen wir das Blut fast so her, wie wir es auch als erwachsene noch tun werden, medullär, also in unseren Knochen.
Zunächst, im roten Knochenmark, das haben wir als Kleinkind in fast allen Knochen unseres Körpers , später dann nur noch im roten Knochenmark der flachen, zentralen Knochen unseres Skeletts (also im Brustbein; zu klug Sternum, den Wirbelkörpern und dem Beckenknochen. An anderen Orten (vor allem den Röhrenknochen) wird das rote Knochenmark langsam aber sicher durch Fettmark ersetzt…)

Die medulläre Blutbildung im roten Knochenmark dieser flachen, zentralen Skelettknochen nennt man dann adulte (also erwachsene) Hämatopoese.

Klingt schon krass? Ist aber nur ein kleiner Auszug über die Geschichte, wie wir unser erstes, eigenes Blut herstellen. Meisterwerk Körper, ey!

Und nun? So nach unserer Geburt?

Blut ist ein leider nicht sehr haltbares Produkt und muss daher ständig erneuert werden, die adulte Hämatopoese betreiben wir daher unser Leben lang.
Pluripontente, also vieles könnende Stammzellen bilden einen Regnerationspool für die Blutbildung.
Kurz gesagt, wir haben Stammzellen, die sich zu jeder Zelle unseres Blutes entwickeln können und die beim Gesunden sicherstellen, dass wir immer wieder neues Blut herstellen können.
Diese pluripotenten, also vieles könnenden Stammzellen sind solch schlaue Kerlchen, sie können Kopien von sich selbst herstellen, wir nennen diese Fähigkeit Sukzedianteilung.
(Ja, manchmal, wenn ich von Zellen rede, bekomme auch in den Eindruck, sie sind wie Pokémon. Man fängt sie, trainiert sie und gibt dann mit ihren Fähigkeiten an. Gonna catch ‚em all!)

Aber was genau stellen wir da für Zellen her in unserem roten Knochenmark?

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    Blutausstrich! 🙂

    Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen. Ihr wisst schon, diese, die aussehen wie kleine, rote Donuts bei denen aber das Loch in der Mitte nicht so recht vorhanden ist.
    Ihre Bildung und Reifung, die sogenannte Erythropoese wird durch das Hormon Erythropoetin angeregt, sie sind die einzigen Zellen in unserem Blut, die keinen Kern enthalten.
    Die, auch liebevoll Erys genannten Zellen spielen eine sehr wichtige Rolle in unserem Körper, da sie den Sauerstoff, den wir einatmen mit dem Blut zu den sauerstoffhungrigen Zellen transportiert.

  • Thrombozyten, also die Blutplättchen, viel kleiner als die roten Erys und unterschiedlich geformt, aber immer flach. Sie dienen der Blutgerinnung (Klug übrigens Hämostase) und verstopfen jedes ungewollte Loch in unserem Blutkreislauf so schnell wie möglich. Manchmal übertreiben sie aber auch…
    Ihrer Bildung geht die Bildung des Megakaryozyten (in der Megakaryopoese) voraus, aus ihm folgert die Thromopoese, benötigt wird Thromopoetin, – so machen wir die Thrombozyten.
  • Leukozyten, also unsere weißen Blutzellen stellen wir in der Leukopoese her, hier wird allerdings noch weiter differenziert in: Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. So oder so, wir brauchen CSF, den Colony-stimulating-factor um ihre Bildung anzuregen.
    Sie sehen, für das geübte Auge, unterschiedlich aus und wir stellen sie zu unterschiedlichen Zwecken her, aber sie haben alle etwas damit zu tun unseren Körper gesund zu halten.

Ihr seht, Hämatopoese ist ein umfangreiches Unterfangen unseres Körpers, nicht nur, dass er fehlerfrei die Blutzellen produzieren muss, nein, sie müssen im Anschluss daran in der Regel auch vernünftig ausreifen und im richtigen Moment in das Blut gespült werden. Zu früh wäre arg doof, zu spät ist ihre Lebenszeit ‚da draußen‘ natürlich geringer…

Und übrigens: Geht es unserem Körper mal richtig dreckig und wir brauchen mehr Blutzellen, so kann das blutbildende, rote Knochenmark dass Fettmark wieder ersetzten und in größeren Skelettbereichen Blutzellen herstellen.
Kommt es dann hart auf hart, sind wir richtig schwer krank, dann kann es unter diesen, pathologischen Umständen auch wieder zu extramedullärer Blutbildung, also Blutbildung außerhalb der Knochen (also in Leber und Milz) möglich… Aber soweit sollte es besser echt nicht kommen!

Hämatopoese, – ein krasses Thema!
Ich hoffe, ihr konntet ein bisschen was lernen und nachvollziehen, was ich versuche zu erklären, fühlt euch frei Fragen zu stellen! 
Mir hat das Zusammenfassen jedenfalls geholfen! 🙂

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Hoppla!

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Beitrag darüber stehen, wie ich lerne.

Nun. Das Lernen hat mich davon abgehalten.


Obwohl ich überraschend doch keine 12-Stunden-Schicht hatte, hab ich nicht nur gefaulenzt. 🙂 (Dennoch habe ich mir ein hübsches Schaumbad gegönnt! Das war eine gute Idee!)


Ich habe Histo nun auch fast fertig zusammengefasst, mich etwas auf eine Nebenfachprobeklausur vorbereitet und schreibe gerade noch Mikrobiologie auf Karteikarten…

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MTLA! MT-Was?!

 

‚Was machst du eigentlich für eine Ausbildung?‘ ‚Ich werde MTLA!‘ ‚MT-Was?‘

Ein Gespräch, dass ich in den letzten Jahren des Öfteren führte…

Ich werde (und langsam wird es arg real!) MTLA. Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin.

Um MTLA zu werden besucht man drei Jahre lang eine Schule, davon war bei mir ein knappes Jahr die praktische Ausbildung, also ein Praktikum in vielen möglichen Fachbereichen, die der Beruf zu bieten hat.

Die Ausbildung endet (wie bei mir, los geht’s schon in weniger als drei Wochen!) mit dem Staatsexamen bestehend aus zwei Klausuren (einmal Haupt- und einmal Nebenfächer), sowie vier praktischen Prüfungen (in den vier Hauptfächern), gefolgt von vier mündlichen Prüfungen (ihr ahnt es, in den Hauptfächern).

‚Und was macht eine MTLA?‘ ‚Sie arbeitet meistens in einem medizinischen Labor.‘

Das war dann meistens der Moment in dem mein Gegenüber häufig nickte. Ich aber auch oft wusste, dass mein Gegenüber nicht wirklich weiß, was ein medizinisches Labor so macht.

Also: Was tun wir?

Man kann sich schön an unseren vier Hauptfächern richten, sie geben ganz gut wieder, in welchen Fachbereichen ein medizinisches Labor arbeitet.

  • Hämatologie ist die ‚Kunde des Blutes‘ und beschäftigt sich mit den einzelnen Bestandteilen des Blutes. Im Vordergrund stehen hierbei (bei den Untersuchungen) in aller Regel die Zellen. Zur Hämatologie zählt beispielsweise das Blutbild, aber auch Blutgruppenbestimmungen (zB vor einer Bluttransfusion, dieses spannende, aber auch sehr Verantwortungsträchtige Spezialfeld heißt auch ‚Immunhämatologie‘.) und irgendwo auch die Hämostaseologie, also die Gerinnung.
  • Klinische Chemie, umgangssprachlich, aber nicht ganz korrekt wohl auch schon mal ‚Blutchemie‘ genannt, befasst sich meistens mit im Blut, genauer in seinen flüssigen Bestandteilen gelösten Stoffe. Beispiele, die ihr kennen könntet wären Calcium, Natrium, Kalium, aber auch Eisen, Leber- und Nierenparameter oder Hormone und unglaublich viele andere Stoffe! Allerdings nutzt die klinische Chemie für ihre Untersuchungen auch Urine (bspw. Teststreifendiagnostik und Sedimentuntersuchung als der sogenannte ‚Urin-Status‘) und Liquor cerebrospinalis, also zu gut Deutsch: Gehirnflüssigkeit. Ihr merkt es, die ‚klinische‘ ist wahnsinnig umfangreich und heute auch zumeist stark technologisiert, man arbeitet an ‚Autoanalysern‘ die uns die eigentliche Analysearbeit (i.d.R.) abnehmen, hier müssen die Ergebnisse von uns technisch ‚validiert‘ also bestätigt werden. (Hat das Gerät korrekt gearbeitet? Sind die Ergebnisse plausibel?)
  • Mikrobiologie befasst sich, ich denke das kann man so sagen, mit Krankheitserregern: den Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen. In der Regel werden die Errger (vor allem Bakterien und Pilze) ‚kultiviert‘, das heißt wir versuchen sie dazu zu bringen auf unseren Nährmedien zu wachsen. Anschließend versuchen wir herauszufinden um welchen Fiesling es sich handelt (Indentifizierung) und wie man ihn bekämpfen kann, die sogenannte Resistenztestung. Die Arbeit hier ist vielseitig und die Probenmaterialien (Urin, Stuhl, Abstriche, Sputum*, Blut, …) nicht immer appetitlich. Dafür kann man noch viel ‚per Hand‘ machen und spielt quasi bei jedem Fall ein bisschen auch Detektiv! (*googelt das keinesfalls wenn ihr leicht zu ekeln seid!)
  • Histologie, die Lehre des Gewebes. Nach (oder sogar während!) operativen Eingriffen werden meistens kleine Gewebeproben (manchmal aber auch ein ganzes Organ…) in ein pathologisches oder histologisches Labor geschickt. Hier sucht ein Pathologe dann Bereiche aus, die auf veränderte oder kranke Zellen hinweisen und die MTLAs stellen hieraus durch Fixieren (also dem Schutz vor Fäulnis und ähnlichen Abbauprozessen), Einbetten in Paraffinwachs (um das Organstück zu stabilisieren), schneiden in ultradünne Scheibchen (meist 3-5mikrometer) und anschließendem Anfärben schöne Präparate her, die der Pathologe dann bewertet und sein Ergebnis dem Klinker, also dem behandelnden Arzt mitteilt.

…und das sind nur unsere Hauptfelder! Ihr seht schon, es ist ein Recht facettenreicher Beruf!

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Licht in die Frage bringen ‚Was macht die eigentlich?‘ und freue mich, dass ihr mir in den letzten Zügen der Ausbildung über die Schulter schaut! 🙂